Häufige Fragen

Zum Thema Video-Kommunikations-Training

1. Was ist das?
2. Wie ist das Vorgehen?
3. Was ist gelungene Kommunikation?

Zum Thema Simonton-Methode

Die Simonton-Methode

Zum Thema Psychotherapie

1. Wann brauche ich eine Psychotherapie?

Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihnen eine Psychotherapie weiterhelfen könnte, wenden Sie sich gerne an uns. Zudem finden Sie im Folgenden einen kleinen Fragenkatalog, der Überlegungen zu diesem Thema anregen kann.
  • Kann ich meine tägliche Arbeit nur noch mit Mühe verrichten?
  • Mache ich mir immer Sorgen und habe ich viel Angst?
  • Helfen Gespräche mit Freunden nicht mehr?
  • Ist mein Schlaf gestört, schlafe ich zu wenig oder zu viel?
  • So kenne ich mich nicht! Fühle ich mich anders als sonst?
  • Beunruhigt mich diese Veränderung sehr?
  • Gibt es eine Erklärung für die Veränderung?
  • Reicht diese nicht aus, um die Dauer und Heftigkeit der Beschwerden zu begründen?
  • Leide ich unter körperlichen Beschwerden?
  • Fühle ich mich oft aggressiv, hasserfüllt, gereizt oder bin ich sehr intolerant?
  • Bin ich oft krankgeschrieben?
  • Habe ich Suizidgedanken?
  • Habe ich kaum noch Menschen, mit denen ich über meine Probleme sprechen kann?
  • Fällt die Veränderung auch anderen deutlich auf?
  • Ist das schon länger als drei Monate so?
  • Ist mir das alles egal?
(Quelle: Rosemarie Piontek: Wegbegleiter Psychotherapie. Psychiatrie-Verlag, Bonn, 2002.)

2. Was ist der Ablauf einer Therapie?

Das erste Gespräch – Kennen lernen

Wünschen Sie weitere Informationen oder möchten Sie eine Therapie beginnen, so können Sie mich gerne telefonisch oder per Email kontaktieren.
In einem unverbindlichen Gespräch können wir uns kennen lernen und Sie haben die Möglichkeit, weitere Probestunden (sogenannte probatorische Sitzungen) zu vereinbaren. Diese werden im Regelfall von den Krankenkassen übernommen.

Probestunden – Bin ich hier richtig?

Sie können zu 4-5 Probestunden kommen, in denen wir gemeinsam die Ursachen ihres Problems und Therapieziele erarbeiten. So können Sie mich und meine Arbeitsweise unverbindlich kennen lernen. Wenn Sie dann einverstanden sind, kann die Therapie bei der Krankenkasse beantragt werden.

Therapiephase – Schritt für Schritt zum Ziel

Verhaltenstherapie kann in relativ kurzer Zeit Veränderungen in Gang setzen. Die Häufigkeit und die Dauer der Therapie richten sich nach Ihrem Anliegen.

Qualitätssicherung

Kontinuierliche Qualitätssicherung ist für mich wichtig und selbstverständlich. Die Qualität der Therapie wird sichergestellt durch regelmäßige Supervision, Austausch und Vernetzung mit Kollegen und Mitgliedschaften in Berufs- und Fachverbänden. Die Entwicklung meiner Qualifikation sichere ich durch fortlaufende Weiterbildung.

3. Wie wirkt Psychotherapie?

Aus wissenschaftlicher Sicht (nach Grawe) geht man heute davon aus, dass folgende vier Faktoren wesentlich zum Gelingen einer Psychotherapie beitragen:
  • Ressourcenaktivierung: Nutzung der Stärken des Patienten und seines sozialen Umfelds
  • Problemaktualisierung: Schwierigkeiten müssen in der Therapie real erlebbar werden
  • Aktive Hilfe zur Problembewältigung: Aktive Vermittlung und Einübung von neuen Bewältigungsstrategien
  • Klärung von Problemen: Einsicht und Verstehen fördern


4. Was ist kognitive Verhaltenstherapie?

Die kognitive Verhaltenstherapie ist eine wissenschaftlich vielfach geprüfte, etablierte und effektive Methode der Psychotherapie, die neben Psychoanalyse und Tiefenpsychologischen Verfahren von den Krankenkassen anerkannt ist.

Dabei greift der Begriff „Verhaltenstherapie“ auf dem aktuellen Stand viel zu kurz. Neben dem sichtbaren Verhalten eines Menschen werden Gefühle, Gedanken, körperliche Reaktionen, die Lebensgeschichte, das Lebensumfeld sowie typische Beziehungsmuster miteinbezogen.

Grundlegend ist die Erkenntnis, dass problematisches Verhalten und Erleben erlernt wurde und ebenso wieder verlernt werden kann. In der Therapie liegt der Fokus demnach auf dem Lösen aktueller Probleme und dem Erlernen neuer Fertigkeiten.

Die Beziehung zwischen Klient und Therapeut zeichnet sich durch Gleichberechtigung, Wertschätzung und Kooperation aus.

Darüber hinaus ist es auch wichtig, besser zu verstehen, aufgrund welcher Ursachen bestimmte Probleme aufgetreten sind. So wird zu Beginn einer Therapie gemeinsam ein ganz individuelles Erklärungsmodell für die Beschwerden entwickelt, in der auch zugrunde liegende Probleme und Konflikte beachtet werden.

Das Vorgehen in der Therapie ist zielgerichtet und strukturiert. Die genaue Analyse und gezielte Veränderung von Denk- und Verhaltensmustern, zwischenmenschlichen Beziehungen sowie Gefühlen ist dabei ein wesentliches Merkmal.

Je nach Erfahrungen, Bedürfnissen und Stärken des Klienten bietet die Verhaltenstherapie neben dem Gespräch eine Vielzahl an bewährten Techniken (z.B. Ausprobieren neuer Verhaltensweisen in Verhaltensexperimenten, Problemlösetechniken, Stressmanagement, Entspannungsverfahren, Training sozialer Kompetenzen, Exposition, Umgang mit unangenehmen oder beängstigenden Gefühlen erlernen).

Weiterführende Literatur:
Kanfer, F.H. & Schmelzer, D. (2005). Wegweiser Verhaltenstherapie (2. Aufl.) Berlin: Springer
Paulus, J. (1998). Verhaltenstherapie. Der kurze Weg zum Wohlbefinden. Frankfurt: Campus.

5. Was ist der Unterschied zwischen einem Psychologen, Psychologischen Psychotherapeuten und einem Psychiater?

Es gibt verschiedene Berufsgruppen, die Psychotherapie anbieten. Ihre Ausbildung unterscheidet sich in Dauer und Inhalt.

(Diplom-)Psychologen

Psychologen haben das Studium der Psychologie an einer Universität abgeschlossen und sich ausführlich mit den Zusammenhängen zwischen Gedanken, Gefühlen, körperlichen Empfindungen und Verhalten befasst. Neben Psychotherapie gibt es eine große Zahl anderer Arbeitsfelder für Psychologen, z. B. im Personalwesen, Marketing, usw.


Psychiater

Psychiater sind Ärzte mit einer Ausbildung zum Facharzt für Psychiatrie. Sie sind auf die medizinische (v. a. medikamentöse) Behandlung psychischer Störungen spezialisiert. Sie dürfen Medikamente verschreiben und führen beratende Gespräche dazu.

Psychologische Psychotherapeuten

"Psychologische Psychotherapeuten" haben nach dem Studium eine mehrjährige, intensive staatliche Ausbildung absolviert. Bei erfolgreich abgeschlossener Prüfung erhalten sie die so genannte Approbation und dürfen mit den Krankenkassen abrechnen.

Erlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG)

Durch eine entsprechende Prüfung beim Gesundheitsamt können auch Personen ohne Psychologiestudium, z. B. Sozialpädagogen, Pädagogen und Theologen eine Heilerlaubnis zur Ausübung von Psychotherapie nach dem Heilpraktikergesetz (HPG) erhalten. Durch die die stark variierende Art und den Umfang der psychotherapeutischen Aus- und Weiterbildungen gibt es in dieser Gruppe sowohl hervorragend als auch kaum qualifizierte Therapeuten.

Zum Thema Video-gestütztes Kommunikationstraining:

1. Was ist das?

Das Videotraining für Familien (Video-Home-Training) wurde in den 70er Jahren in den Niederlanden zur Verbesserung der Eltern-Kind-Kontakte entwickelt und vorwiegend in der Familienhilfe zur Vermeidung von Heimeinweisungen eingesetzt. Dies hat sich bis heute als sehr erfolgreich erwiesen: Mit dieser Methode können bis heute tatsächlich zwischen 80- und 90 % der Heimeinweisungen verhindert werden.

2. Wie ist das Vorgehen?

Die Videoarbeit basiert ausschließlich auf einer ressourcenorientierten Vorgehensweise, das heißt es werden aus den gewonnen Aufnahmen ausschließlich die Fähigkeiten und Stärken der im Kontakt befindlichen Menschen herausgefiltert. Sie werden in einer sogenannten Rückschau gezeigt und besprochen. Die Fehler oder Schwächen im Kontakt miteinander werden nicht thematisiert, da sie für den Lernprozess des guten Kontakts keine Bedeutung haben.

Die Basis des Trainings bildet also das, was bereits gut gelingt. Das bedeutet konkret: Es werden nur solche Bilder aus den Videoaufnahmen verwendet, die den guten Kontakt zwischen den Menschen darstellen.

Man lernt so an seinem eigenen, positiven Vorbild - ist sich selbst ein Modell. Dieser positive lerntheoretische Ansatz geht davon aus, dass der Mensch dann am leichtesten sein Verhalten steuern kann, wenn er gegenüber sich selbst positiv motiviert ist.

Mit der Videoarbeit werden Menschen mit schönen, positiven Bildern von sich im Kontakt mit einem anderen, motiviert. Die Bilder zeigen seine Fähigkeiten, auch seine unbewusst eingesetzten Fähigkeiten kommen so ans Tageslicht, werden sichtbar und nutzbar gemacht. Der Mensch kann sich auf diese Wiese innerlich vom Problemfokus lösen und lernt ohne vorgegebene Rezepte intuitiv angemessen zu kommunizieren.

Bildausschnitte machen sichtbar, was mit dem bloßen Auge oft nicht wahrgenommen werden kann:
Die Effektivität des Videotrainings liegt zudem im Medium selbst: Mit einem Bildausschnitt, einem Standbild, einer slow-motion Sequenz (in Zeitlupe) können selbst die allerkleinsten positiven Momente im Kontakt herausgefiltert und für den Trainingsprozess sichtbar und optimal nutzbar gemacht werden.

3. Was ist gelungene Kommunikation?

Der Fokus auf die einfachen, grundlegenden Elemente der Kommunikation vereinfachen den Trainingsprozess und erhöhen die Effektivität des Kommunikationstrainings. Diese sind z.B.
  • der Blickkontakt (auf Augenhöhe)
  • die aufmerksame Zuwendung
  • die freundliche Körperhaltung
  • die freundliche Berührung
  • der freundliche, offene Gesichtsausdruck
  • der freundliche Tonfall
  • das Nicken oder Ja-sagen (Bejahung und Feedback)
  • das zustimmende Benennen
  • das Mitmachen oder Mitgehen
Leider werden gerade diese Grundelemente im Kontakt sehr häufig vernachlässigt, was zu weitreichenden Störungen im zwischenmenschlichen Kontakt, bei Kindern auch zu Verhaltensstörungen führen kann.

Wenn zum Beispiel ein Kontakt unaufmerksam begonnen wird (z.B. man dreht sich während des Ansprechens einer Person um und geht weg, um irgendetwas zu tun), fühlt sich der Angesprochene respektlos behandelt oder abgelehnt. Seine Reaktion auf eine solche unkonzentrierte Initiative wird dementsprechend negativ ausfallen und so kann der Kontakt schnell in eine Negativ-Schleife abrutschen. Das gilt für Kinder und Erwachsene gleichermaßen.

Zum Thema Simonton-Methode:

„Eine gute Methode der Selbsthilfe ist von O.C.Simonton, einem amerikanischen Onkologen entwickelt worden. Er gibt ganz praktische Empfehlungen, wie man seine Selbstheilungskräfte aktivieren kann, indem man für sein seelisch-körperliches Gleichgewicht sorgt.

Die Simonton-Methode basiert im Wesentlichen auf drei Bausteinen:

Das Visualisieren

Die Informationen, die uns die Medizin über die Vorgänge in unserem Körper gibt, sind vorwiegend auf das Krankhafte fixiert (z.B. Krebszellen, schlechte Blutwerte etc.); sie rufen oft angstvolle innere Bilder und Vorstellungen in uns wach, was für das Gesundwerden nicht nützlich ist. Die Simonton-Methode geht den umgekehrten Weg: man visualisiert das Gesunde, gut Funktionierende im Körper und wie das Gesunde das Kranke besiegt. Beispiel: Man stelle sich - im entspannten Zustand - seine körpereigenen Abwehrzellen einmal ganz bildlich und phantasievoll vor ! Manche Menschen visualisieren ihre Immunzellen als Kraftmännchen, intelligente Ritter oder Haifische; sie sind voller Elan im Körper unterwegs, um entartete Zellen zu finden, zu attackieren und unschädlich zu machen – was ja in Wirklichkeit auch so ist! Auch die Wirkung von Medikamenten, Bestrahlung oder guter Ernährung kann bei dieser Art von Visualisierung mit eingebaut werden: sie ziehen (langfristig) mit den natürlichen Heilkräften des Körpers an einem Strang und unterstützen sie. Dass unsere Vorstellungskraft die vitalen Prozesse im Körper positiv beeinflussen kann, ist wissenschaftlich einwandfrei bewiesen. Und: es ist nicht nur ermutigend, sich durch das Visualisieren mit den eigenen Heilkräften zu verbünden, sondern es kann auch richtig Spaß machen.

Die eigenen Ressourcen stärken.

Über das Visualisieren hinaus ist der zweite wichtige Baustein der Simonton-Methode, sich auf seine Quellen von Lebensfreude zu besinnen. Ganz besonders in der Krisenzeit nach einer Krebserkrankung ist es total wichtig, all den Dingen im Alltag viel Raum zu geben, die uns Spaß machen und uns ein Gefühl von Freude und Erfüllung bringen. Lachen und Lebensfreude stärken das Immunsystem!

Belastendes erkennen und schrittweise lösen

Genauso wichtig wie die beiden erstgenannten Punkte ist es, sich darüber klar zu werden, was an unseren Lebenskräften zehrt, was uns belastet, kränkt und Kraft raubt. Das können z.B. Konflikte in der Familie sein, alte traumatische Erlebnisse oder belastende Glaubenssätze über uns selbst . Wenn es uns gelingt, solche Belastungsfaktoren schrittweise aufzulösen, wird viel Energie für das Gesundwerden freigesetzt. Denn: seelische und körperliche Gesundheit bedingen einander. Man kann sich die Simonton Methode nach Büchern aneignen, aber es ist auch sehr nützlich, dazu einen Kursus zu machen (manche Reha-Kliniken oder Volkshochschulen bieten das Simonton-Programm an!) oder sich von einer Therapeutin/einem Therapeuten, der in der Simonton-Methode ausgebildet ist, Unterstützung zu holen.“
Zitiert aus: www.inkanet.de